Was steckt hinter der Erkrankung?

"Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis", ein Name wie ein großes Fragezeichen. Für Laien ist zunächst kaum zu verstehen, was dieser medizinische Fachbegriff, beschreibt. Die NMDA-Rezeptor-Enzephalitis ist eine Autoimmunerkrankung im Gehirn. Einfach erklärt bedeutet das:
Der Datenaustausch im Gehirn funktioniert mittels diverser Botenstoffe, einer davon ist ein Eiweiß, dass an einen NMDA-Rezeptor andockt. Aus irgendeinem bis dato nicht bekannten Grund fängt das Immunsystem an, diesen Rezeptor mit Antikörpern zu blockieren, so dass das dafür bestimmte Eiweiß, dort nicht mehr andocken kann. Der Datenaustausch bricht zusammen.

Was ist Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis?

Anti-NMDA-Enzephalitis ist eine seltene Autoimmunerkrankung mit neurologischen Auswirkungen:
Das Immunsystem greift die NMDA-Rezeptoren im Gehirn an und löst eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) aus.
Die Erkrankung ist 2007 von dem Neurologen Dr. Josep Dalmau (Philadelphia, USA) erstmals beschrieben worden und ist bisher noch nicht ausreichend erforscht, es gibt aber einen zuverlässigen Test, bei dem Blutserum und Liquor (Hirnflüssigkeit) auf Antikörper untersucht werden. Der Liquor wird dafür aus dem Rückenmarkskanal entnommen (Lumbalpunktion).
Meist sind junge Frauen betroffen, aber auch bei Kindern wird die Erkrankung zunehmend häufiger diagnostiziert und gelegentlich bei Männern.
Die schlechte Nachricht: NMDA-Enzephalitis kann eine sehr schwere und langwierige Erkrankung sein, sie kann bleibende neurologische Schäden verursachen und man muss auch mit Rückfällen rechnen.
Die gute Nachricht: über 75% der Betroffenen erholen sich - mitunter sogar recht schnell - und haben danach keine oder nur geringe neurologische Defizite. Auch nach schweren Verläufen sind die Chancen für eine Erholung gut, wenn schnell mit der richtigen Behandlung begonnen wird.