Behandlung

Immer noch landen viele Betroffene in der Psychiatrie, weil es schwierig ist, diese Erkrankung zu erkennen. Typischerweise sind die üblichen Untersuchungen und Tests (MRT, CT, EEG, Blut und Liquor...) ohne eindeutigen Befund, und wenn psychiatrische Symptome überwiegen, ist eine Überweisung dorthin naheliegend. Daher ist es wichtig, diese Erkrankung in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken, sowohl unter Neurologen, als auch im psychiatrischen Bereich.
Ist die Verdachtsdiagnose eine Enzephalitis oder Epilepsie unklarer Ursache, oder sind die psychiatrischen Symptome unklar, sollte schnellstmöglich ein Antikörper-Test vorgenommen werden, um das Vorhandensein von Anti-NMDA-Antikörpern nachzuweisen (oder auszuschließen).
Die Behandlung wird einerseits mit immunsupprimierenden (das Immunsystem unterdrückenden) und immunmodulierenden (das Immunsystem verändernden) Medikamenten und Therapien durchgeführt, um die zugrunde liegende Autoimmunerkrankung zu behandeln, und andererseits mit Medikamenten, die die Symptome lindern, z.B. Antiepileptika gegen die Anfälle oder Psychopharmaka zur Stabilisierung der Psyche.

derzeitige Standardtherapie:

1. Behandlungsstufe

Standardtherapie nach der Diagnose ist die Gabe von Cortison (Prednisolon, meist als intravenöse Stoßtherapie über mehrere Tage, ggf. mehrfach wiederholt), außerdem die Gabe von Immunglobulinen (IvIg, auch mehrere Tage intravenös mit Pausen), und evtl. auch eine Plasmapherese/Immunapherese/Immunadsorption ("Blutwäsche", die Antikörper werden mehrmals ausgefiltert).

2. Behandlungsstufe

Daneben gibt es noch einige weitere Möglichkeiten, das Immunsystem an der Bildung der schädlichen Antikörper zu hindern, nämlich durch milde Formen der Chemo-Therapie (Methotrexat, Cyclophosphamid) oder mit einem künstlich veränderten Antikörper, der gezielter wirkt (Rituximab).

Auch die Suche nach einem Teratom ist Teil der Behandlung und sollte nach der akuten Phase fortgesetzt werden, sofern nichts gefunden und entfernt wurde.

Da nicht jeder Patient gleich gut auf die verschiedenen Behandlungen anspricht, gibt es bisher keine einheitliche Richtlinie. Es wird mit der Standardtherapie begonnen und falls diese Behandlung noch nicht erfolgreich war, muss individuell entschieden werden, welche weitere Behandlung infrage kommt, u.U. abhängig davon, ob verschiedene Antikörperklassen vorhanden sind (außer IgG auch IgA oder IgM). Doch in den allermeisten Fällen findet sich eine wirksame Therapie.

Ist die akute Phase überwunden, bilden sich die Symptome zurück: Die Sprachfähigkeit verbessert sich, die Motorik normalisiert sich und die Anfälle verschwinden. Diese Regenerationsphase kann unterschiedlich lange dauern, von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten. In hartnäckigen Fällen können Probleme wie Gedächtnisstörungen oder emotionale Schwankungen auch länger andauern, mitunter mehrere Jahre. Da diese Erkrankung erst seit einigen Jahren bekannt ist, sind Langzeitprognosen schwierig; jedoch sind einige Fälle im Nachhinein diagnostiziert worden (durch eingefrorene Liquorproben) und es hat sich gezeigt, daß auch langfristige Störungen sich noch bessern oder ganz verschwinden können.
Um Rückfällen vorzubeugen, werden einige Betroffene über längere Zeit (1-2 Jahre, je nach Verlauf) weiter mit Immunsuppressiva behandelt (z.B. CellCept oder Prednisolon), insbesondere dann, wenn Tests zeigen, daß immer noch Antikörper vorhanden sind.
Die Fachleute sind sich zur Zeit noch nicht ganz einig, ob - und wenn ja in welcher Höhe - ein nach der Erholung bleibender Titer (Messwert) von Antikörpern im Blutserum bedenklich oder normal ist. Sicher ist, dass viele Betroffene sich trotz bleibender Titer gesund fühlen und keinerlei Beschwerden haben.

In der Regenerationsphase sind auch begleitende Maßnahmen wie Physio-, Ergo-, Logo- oder Psychotherapie hilfreich oder erforderlich, z.B. im Rahmen einer stationären Rehabilitation.